Bundesgerichtshof lehnt eine Klage auf Auskunft über das Verfahren zur Scoringerstellung der Schufa ab!

Am Diens­tag den 28.01.2014 ent­schied der Bun­des­ge­richts­hof über eine Kla­ge einer Bür­ge­rin aus Hes­sen. Die­se hat­te von der Schufa ver­langt, das Ver­fah­ren offen zu legen, nach­dem der soge­nann­te „Sco­ring Wert“ berech­net wird.

Der Bun­des­ge­richts­hof wies die Revi­si­on der Klä­ge­rin ab. Wie die vori­gen Instan­zen sah auch der Bun­des­ge­richts­hof nach gel­ten­dem Recht kei­nen Anspruch auf Her­aus­ga­be der Infor­ma­tio­nen, wie der „Sco­ring Wert“ zustan­de kommt.

Die Schufa hat­te sich dabei im Wesent­li­chen auf ihr Betriebs­ge­heim­nis beru­fen und sich gewei­gert dar­zu­le­gen, wie sich die Bewer­tung genau ergibt. Ledig­lich die grund­le­gen­den Daten wer­den her­aus­ge­ge­ben. Auch in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Bun­des­ge­richts­hof wur­de nicht detail­liert auf­ge­klärt, son­dern ledig­lich auf wis­sen­schaft­li­che und sta­tis­ti­sche Aus­wer­tungs­me­tho­den ver­wie­sen.

Grund­la­ge ist das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz.

Grund­la­ge für die­se Her­aus­ga­be­pflicht ist das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz (kurz BDSG). Genau­er gesagt die Para­gra­fen § 19 und § 34 BDSG. Auf­grund des­sen kann jeder Bür­ger von der Schufa und ähn­li­chen Stel­len eine Selbst­aus­kunft ver­lan­gen und dar­über Auf­klä­rung begeh­ren, wel­che Daten über ihn gespei­chert sind. Dies ist in unse­rer ver­mehrt digi­ta­len Welt wich­tig. Ohne posi­ti­ves Rating der Schufa oder eines der ande­ren Sco­ring-Unter­neh­men ist es mitt­ler­wei­le schwie­rig bis unmög­lich gewor­den Kre­di­te, Dar­le­hen, Finan­zie­run­gen, Giro­kon­ten usw. zu erhal­ten.

Dabei geht die Schufa und Co. (z.B. Accu­mio, CEG Credit­re­form, infoscore Con­su­mer Data) einer wich­ti­gen Auf­ga­be nach, die ins­be­son­de­re den Wirt­schafts­ver­kehr schüt­zen soll.

 

Es kön­nen Feh­ler pas­sie­ren!

Umso ärger­li­cher ist es jedoch für Betrof­fe­ne, wenn unrich­ti­ge oder fal­sche Anga­ben ein­ge­tra­gen wer­den. Gelis­tet wer­den ins­be­son­de­re Giro­kon­ten, Han­dy­ver­trä­ge, Dar­le­hens­ver­trä­ge und eini­ge ande­re rele­van­ten Trans­ak­tio­nen. Macht einer der Ver­trags­part­ner eine nega­ti­ve Mel­dung, hat die­se in der Regel mas­si­ve Aus­wir­kun­gen auf das ent­spre­chen­de Sco­ring der Per­son. Die Fol­gen sind oft weit­rei­chend und gehen von Kon­to­kün­di­gen über Kre­dit­kar­ten­sper­run­gen bis hin zu Dar­le­hens­kün­di­gun­gen.

Kos­ten­lo­se Selbst­aus­kunft ein­mal im Jahr.

Ein­mal im Jahr kön­nen Bür­ger von den Sco­ring-Unter­neh­men eine kos­ten­freie Selbst­aus­kunft ver­lan­gen (Por­to­kos­ten müs­sen in der Regel getra­gen wer­den). Die­se Mög­lich­keit soll­te auch genutzt wer­den. Andern­falls kann es wie in dem Fall, den der Bun­des­ge­richts­hof nun zu ent­schei­den hat­te, zu einer bösen Über­ra­schung kom­men, wenn etwa eine Schufa Aus­kunft benö­tigt wird.

Die Bun­des­be­auf­trag­ten für den Daten­schutz und die Infor­ma­ti­ons­frei­heit stel­len dafür kos­ten­frei Mus­ter­brie­fe zur Aus­kunfter­tei­lung zur Ver­fü­gung.

 

Was tun, wenn die Aus­kunft falsch oder feh­ler­haft ist.

Stel­len betrof­fe­ne einen fal­schen oder feh­ler­haf­ten Ein­trag fest, soll­ten sie umge­hend tätig wer­den. Wie genau vor­zu­ge­hen ist, hängt kon­kret von den Umstän­den des Ein­zel­falls ab. Nor­ma­ler­wei­se ist der Ver­trags­part­ner, der die Nega­tiv­mel­dung an das Sco­ring-Unter­neh­men gemacht hat, ver­pflich­tet, eine Berich­ti­gungs­mel­dung abzu­ge­ben. Han­delt es sich hin­ge­gen um einen Feh­ler des Sco­ring-Unter­neh­mens, kann auch direkt gegen die­se vor­ge­gan­gen wer­den.