BGH lehnt Ersatzanspruch gegen Banken für Glücksspielüberweisungen an ausländische Anbieter ab

Der für Ban­ken zustän­di­ge XI. Zivil­se­nat des BGHs weist in einem Hin­weis­be­schluss vom 13.09.2022 – XI ZR 515/21 dar­auf hin, dass er einer Revi­si­on einer Kla­ge eines Bank­kun­den gerich­tet auf Erstat­tung von an aus­län­di­sche Glück­spiel­un­ter­neh­men geleis­te­te Kre­dit­kar­ten­zah­lun­gen, kei­ne Erfolgs­aus­sich­ten beimisst.

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Wenn die Kapitalanlage pleitegeht

Kapi­tal­an­la­gen haben immer auch ein gewis­ses Risi­ko, dass die pro­gnos­ti­zier­te Ren­di­te oder Ertrags­er­war­tung nicht erfüllt wird. Was aber wenn die Geld­an­la­ge nicht nur hin­ter den finan­zi­el­len Zie­len zurück­bleibt, son­dern selbst insol­vent wird oder gar ein Kapi­tal­an­la­ge­be­trugs­fall dahinersteckt.

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EuGH befasst sich erneut mit dem Widerruf von Darlehensverträgen

Der EuGH hat in sei­ner Ent­schei­dung vom 09.09.2021 in den Rechts­sa­chen C‑3320, C‑15520 und C‑18720 eini­ge wich­ti­ge Aus­füh­run­gen zum Wider­rufs­recht von Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trä­gen gemacht.

Der EuGH hat dabei u.a. zu den Anfor­de­run­gen an die Anga­be des Ver­zugs­zin­ses, der Berech­nung der Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung, sowie etwai­ger Ver­wir­kung und Rechts­miss­brauchs des Wider­rufs­rechts Stel­lung bezogen.

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Unwirksame Widerrufsbelehrung bei nachteiligen Angaben in den AGBs

Der III. BGH-Senat hat mit sei­ner Ent­schei­dung vom 20.05.2021 – III ZR 126/19 aus­ge­führt, dass irre­füh­ren­de oder ungüns­ti­ge Anga­ben in den AGBs die Wirk­sam­keit der Wider­rufs­be­leh­rung eines Ver­tra­ges beein­träch­ti­gen können.

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Aktuelle Entscheidungen zum Widerruf von KfZ Finanzierungen

Der BGH hat mit einer Rei­he von Ent­schei­dun­gen vom 30.03.2021 unter Az. XI ZR 75/20, XI ZR 142/20 und XI ZR 193/20 sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung zum Wider­ruf von KfZ Finan­zie­run­gen bekräftigt.

Der BGH bestä­tigt erneut, dass die Ver­wen­dung des Ver­wei­ses “alle Pflicht­an­ga­ben nach § 492 Absatz 2 BGB” in den Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen von all­ge­mei­nen Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trä­gen nicht klar und ver­ständ­lich und mit­hin feh­ler­haft ist.

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Anschrift ist nicht gleich E‑Mail-Adresse oder IP-Adresse

Der Aus­kunfts­an­spruch nach § 101 Abs. 3 Nr. 1 UrhG über „Namen und Anschrift“ umfasst nach ein­heit­li­cher Recht­spre­chung des EuGHs und BGHs ledig­lich den Namen und die Anschrift der Betroffenen.

Nicht erfasst wer­den von dem Aus­kunfts­an­spruch hin­ge­gen E‑Mail-Adres­sen oder IP-Adressen.

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Grundsatzentscheidung vom BGH zum KfZ Darlehenswiderruf (BGH XI ZR 525/19 & XI ZR 498/19)

Der BGH hat in sei­nen Urtei­len vom 27.10.2020 — XI ZR 498/19 und XI ZR 525/19 umfas­send zum Wider­ruf von Dar­le­hens­ver­trä­gen Stel­lung genom­men. Dabei ging es inhalt­lich um die Finan­zie­rung eines Auto­kaufs und den Wider­ruf des Darlehensvertrages.

Der posi­ti­ve Aspekt für Ver­brau­cher ist, dass der BGH in die­sen Ent­schei­dun­gen vom 27.10.2020 — XI ZR 498/19 & XI ZR 525/19 sei­nen Wider­stand gegen die Ent­schei­dung des EuGHs vom 26.03.2020 Az. C‑66/19 teil­wei­se aufgibt.

Nega­tiv für Ver­brau­cher ist hin­ge­gen vie­les ande­re in den bei­den Urtei­len des BGHs vom 27.10.2020 — XI ZR 498/19 & XI ZR 525/19.

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Immobilienübertragung an Verwandte vor Insolvenz kann Anfechtbar sein (BGH IX ZR 208/18)

Der BGH hat in sei­ner Ent­schei­dung vom 22.10.2020 — IX ZR 208/18 fest­ge­stellt, dass die Mög­lich­keit einer Anfech­tung des Haus­ver­kaufs des Insol­venz­schuld­ners an nahe­ste­hen­de Ver­wand­te poten­zi­ell anfecht­bar ist.

Dies kann unter ande­rem dann der Fall sein, wenn die Eigen­tums­über­tra­gung in auf­fal­len­dem Ver­hält­nis zur Insol­venz oder dazu bei­tra­gen­der vor­ge­la­ger­ter Ereig­nis­se steht. Vor­lie­gend waren dies eine Son­der­prü­fung des Finanz­amts und Vor­wür­fe Drit­ter gegen den Insol­venz­schuld­ner wegen unlau­te­ren Verhaltens.

Hin­zu kom­men wei­te­re mög­li­che Indi­zi­en des BGHs wie etwas Kennt­nis von der dro­hen­den Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Schuld­ners, man­geln­de wirt­schaft­li­che Kauf­kraft des Erwer­bers, ding­li­che Belas­tun­gen des Eigen­tums zuguns­ten des Schuld­ners, die eine Ver­äu­ße­rung erschwe­ren und ggf. unbe­grün­de­te Über­tra­gun­gen alle oder der letz­ten wert­hal­ti­gen Ver­mö­gens­wer­te vor der Insolvenz.

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Vorsatzanfechtung von im Kontokorrent geführten Girokonten (BGH IX ZR 162/16)

Der BGH hat in sei­ner Ent­schei­dung vom 30.04.2020 — IX ZR 162/16 aus­ge­führt, dass sich eine Bank der Vor­satz­an­fech­tung nach § 133 InsO aus­ge­setzt sehen kann, wenn Sie nur noch selek­ti­ve Ver­fü­gun­gen des Schuld­ners über das Giro­kon­to zulässt.

Dies kann zur Fol­ge haben, dass die Bank auf­grund der sodann unwirk­sa­men Auf­rech­nun­gen ent­spre­chend § 96 Abs. 1 Nr. 3 InsO alle ein­ge­gan­ge­nen Zah­lun­gen auf das Kon­to, unge­ach­tet noch erfolg­ter Abbu­chun­gen, an den Insol­venz­ver­wal­ter aus­zu­keh­ren hat.

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AGB-Pfandrecht bei Aufrechnung mit Darlehensforderung in der Insolvenz (BGH IX ZR 289/18)

Der BGH hat sich in sei­ner Ent­schei­dung vom 24.09.2020 IX ZR 289/18 mit den Ansprü­chen des Insol­venz­ver­wal­ters gegen die Bank befasst, wenn die­se ein Giro­kon­to­gut­ha­ben mit einem fäl­li­gen Dar­le­hens­rück­zah­lungs­an­spruch verrechnet.

Soweit das Giro­kon­to­gut­ha­ben über ein wirk­sa­mes AGB-Pfand­recht ver­strickt ist, ist die Auf­rech­nung im vor­lie­gen­den Fall wirk­sam gewe­sen und die Bank muss­te das Kon­to­gut­ha­ben nicht an den Insol­venz­ver­wal­ter aus­keh­ren (AGB-Ban­ken Nr. 14 Abs. 1 Satz 2; BGB § 1279 Satz 1).

Soweit so bekannt, aber was der BGH nun­mehr defi­niert hat, ist der Umfang des bestehen­den Pfand­rechts der Bank am Giro­kon­to­gut­ha­ben. Dem BGH nach kann im Monats­zeit­raum des § 131 Abs. 1 Nr. 1 InsO kein neu­es unan­fecht­ba­res Pfand­recht der Bank an dem Gut­ha­ben ent­ste­hen. Aber an dem Gut­ha­ben bis zu 1 Tag vor dem 1‑Monatszeitraum kann ein wirk­sa­mes (unan­fecht­ba­res) AGB-Pfand­recht bestehen.

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