Archiv der Kategorie: EuGH

Aktuelle Entscheidungen zum Widerruf von KfZ Finanzierungen

Der BGH hat mit einer Rei­he von Ent­schei­dun­gen vom 30.03.2021 unter Az. XI ZR 75/20, XI ZR 142/20 und XI ZR 193/20 sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung zum Wider­ruf von KfZ Finan­zie­run­gen bekräftigt.

Der BGH bestä­tigt erneut, dass die Ver­wen­dung des Ver­wei­ses “alle Pflicht­an­ga­ben nach § 492 Absatz 2 BGB” in den Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen von all­ge­mei­nen Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trä­gen nicht klar und ver­ständ­lich und mit­hin feh­ler­haft ist.

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Anschrift ist nicht gleich E‑Mail-Adresse oder IP-Adresse

Der Aus­kunfts­an­spruch nach § 101 Abs. 3 Nr. 1 UrhG über „Namen und Anschrift“ umfasst nach ein­heit­li­cher Recht­spre­chung des EuGHs und BGHs ledig­lich den Namen und die Anschrift der Betroffenen.

Nicht erfasst wer­den von dem Aus­kunfts­an­spruch hin­ge­gen E‑Mail-Adres­sen oder IP-Adressen.

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Grundsatzentscheidung vom BGH zum KfZ Darlehenswiderruf (BGH XI ZR 525/19 & XI ZR 498/19)

Der BGH hat in sei­nen Urtei­len vom 27.10.2020 — XI ZR 498/19 und XI ZR 525/19 umfas­send zum Wider­ruf von Dar­le­hens­ver­trä­gen Stel­lung genom­men. Dabei ging es inhalt­lich um die Finan­zie­rung eines Auto­kaufs und den Wider­ruf des Darlehensvertrages.

Der posi­ti­ve Aspekt für Ver­brau­cher ist, dass der BGH in die­sen Ent­schei­dun­gen vom 27.10.2020 — XI ZR 498/19 & XI ZR 525/19 sei­nen Wider­stand gegen die Ent­schei­dung des EuGHs vom 26.03.2020 Az. C‑66/19 teil­wei­se aufgibt.

Nega­tiv für Ver­brau­cher ist hin­ge­gen vie­les ande­re in den bei­den Urtei­len des BGHs vom 27.10.2020 — XI ZR 498/19 & XI ZR 525/19.

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Der EuGH und das Fernabsatzwiderrufsrecht bei Prolongationen von Kredit- und Darlehensverträgen

Der EuGH befasst sich im Ver­fah­ren C‑639/18 mit einer für Ver­brau­cher und Dar­le­hens­neh­mer höchst rele­van­ten Fra­ge. Kann eine Zinspro­lon­ga­ti­on eines Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­tra­ges Gegen­stand eines Fern­ab­satz­ver­tra­ges sein und damit ein Wider­rufs­recht für Ver­brau­cher nach den Rege­lun­gen des Fern­ab­sat­zes nach §§ 312 ff. BGB auslösen.

Der EuGH hat die Vor­la­ge­fra­ge des LG Kiel noch nicht ent­schie­den, aller­dings hat sich die Gene­ral­an­wäl­tin in dem Ver­fah­ren C‑639/18 mit Ihren Schluss­an­trä­gen zu Wort gemel­det. Die­se sieht eini­ges anders als der BGH.

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EuGH befasst sich mit der Widerrufsbelehrung für Immobiliendarlehensverträge zwischen 11.06.2010 — 20.03.2016

Der EuGH hat mit Urteil vom 26.03.2020 Az. C‑66/19 fest­ge­stellt, dass die in Deutsch­land für Dar­le­hens­ver­trä­ge und Kre­di­te ver­wen­de­te Wider­rufs­be­leh­rung aus der Anla­ge 6 bzw. 7 des Art 247 § 6 Abs. 2 EGBGB in der jewei­li­gen Fas­sung nicht mit den Vor­ga­ben der EU-Richt­li­nie 2008/48 zu ver­ein­ba­ren sind.

Der EuGH führt in sei­ner Ent­schei­dung vom 26.03.2020 Az. C‑66/19 aus, dass die For­mu­lie­rung in den Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen, dass die Wider­rufs­frist erst beginnt, wenn die Pflicht­an­ga­ben nach § 492 Abs. 2 BGB über­ge­ben wur­den, nicht klar und prä­gnant im Sin­ne der EU-Richt­li­nie (Richt­li­nie 2008/48) ist und damit gegen EU-Recht verstößt.

Die Quint­essenz des­sen ist, dass alle Wider­rufs­be­leh­run­gen von
Ver­brau­cher­dar­le­hens­ver­trä­gen, die die­se For­mu­lie­rung ent­hal­ten (Pflicht­an­ga­ben nach § 492 Abs. 2 BGB), poten­zi­ell feh­ler­haft sind. Bei feh­ler­haf­ten Wider­rufs­in­for­ma­tio­nen kann das Wider­rufs­recht ggf. noch fortbestehen.

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