Rückforderungsansprüche von Bearbeitungsgebühren gegenüber der darlehensgebenden Bank oder Sparkasse nicht verjährt

Es gilt die 10 jäh­ri­ge Ver­jäh­rungs­frist nach § 199 Abs. 4 BGB. Damit ist es der­zeit mög­lich rück­wir­kend von Ver­trä­gen die Ende 2004 geschlos­sen wur­den (§199 Abs. 4 BGB ist eine tag­ge­naue Ver­jäh­rungs­frist) Bear­bei­tungs­ge­büh­ren von Dar­le­hens- und Kre­dit­ver­trä­gen von Ban­ken und Spar­kas­sen zurück­zu­for­dern .

Inso­weit hat der Bun­des­ge­richts­hof mit sei­ner heu­te ver­kün­de­ten Ent­schei­dung in den bei­den Ver­fah­ren Az. XI ZR 348/13 und Az. XI ZR 17/14 end­gül­tig für Klar­heit gesorgt unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Kun­den von ihrer Bank oder Spar­kas­se die Bear­bei­tungs­ge­büh­ren ihres Dar­le­hens bzw. Kre­dit zurück­for­dern kön­nen. Wei­ter­le­sen

Erneut gute Nachrichten für geschädigte Anleger der Samiv AG.

Nach­dem bereits das Land­ge­richt Traun­stein zuguns­ten eines Anle­ger ent­schie­den hat­te, hat auch das Land­ge­richt Hanau einem Samiv AG geschä­dig­ten vol­len Scha­dens­er­satz zuer­kannt. Dabei ging es in bei­den Fäl­len jeweils um die inzwi­schen Insol­ven­te Samiv AG. In einem Fall fehl­te dem frei­en Anla­ge­ver­mitt­ler die not­wen­di­ge auf­sichts­recht­li­che Erlaub­nis zum Ver­trieb der Samiv AG Kapi­tal­an­la­ge und im ande­ren Fall wur­de dem Bera­ter eine nicht anle­ger- und objekt­ge­rech­te Bera­tung attes­tiert. Wei­ter­le­sen

Vollständige Provisionsoffenlegungspflicht ab dem 01.08.2014 für Anlageberater

Davon geht der Bun­des­ge­richts­hof in sei­nem Urteil vom 03.06.2014 Az. XI ZR 147/12 aus.

Sowohl Bank­be­ra­ter als auch freie Bera­ter müs­sen dem­nach ab dem 01.08.2014 nicht nur wie bis­her über Kick­backs bzw. Rück­ver­gü­tun­gen auf­klä­ren, son­dern jede Art der Zuwen­dung von Drit­ten offen­ba­ren. Wei­ter­le­sen

Bundesgerichtshof entschied über die Rechtmäßigkeit des Policenmodells!

Der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) ent­schied heu­te, dass die als soge­nann­te Poli­cen­mo­del­le bis Ende 2007 ver­kauf­ten Ver­si­che­run­gen grund­sätz­lich nicht gegen euro­päi­sche Richt­li­ni­en ver­sto­ßen. Dabei ging es ein­mal mehr dar­um, ob ein Ver­si­che­rungs­kun­de der erst den Ver­si­che­rungs­ver­trag gekün­digt und Jah­re spä­ter den Wider­ruf (im Ver­si­che­rungs­we­sen Wider­spruch) erklärt hat­te, Anspruch auf die vol­le Rück­zah­lung sei­ner Bei­trä­ge hat. Eine Vor­la­ge zum Euro­päi­schen Gerichts­hof (EuGH) lehn­te der Bun­des­ge­richts­hof ab. Wei­ter­le­sen

Keine Änderung der Linie des Bundesgerichtshofs hinsichtlich verschwiegener Rückvergütungen!

Der Bun­des­ge­richts­hof bleibt sei­ner Linie treu und bestä­tigt sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung zum The­ma Rück­ver­gü­tun­gen — auch Kick­backs genannt — in vol­lem Umfang. In sei­nem neu­er­li­chen Urteil vom 15.04.2014 Az. XI ZR 513/11 erneu­ert er sei­ne Aus­füh­run­gen aus dem ver­gan­ge­nen Jah­re in sei­nem Urteil vom 19.03.2013 Az. XI ZR 493/11. Dem­nach sind Ban­ken bereits seit Anfang der 1990er zur Auf­klä­rung über soge­nann­te Rück­ver­gü­tun­gen ver­pflich­tet und ein Ver­schwei­gen löst einen Scha­dens­er­satz­an­spruch des Anle­gers aus. Wei­ter­le­sen

Der Bundesgerichtshof kippt endgültig die Bearbeitungsgebühren bei Darlehensverträgen!

Erneut gute Nach­rich­ten für Bank­kun­den vom Bun­des­ge­richts­hof. Die­ses Mal sind alle Dar­le­hens­neh­mer betrof­fen, bei denen eine „Bear­bei­tungs­ge­bühr“ von der dar­le­hens­ge­ben­den Bank ver­langt wur­de. Die­se kön­nen nun nach den bei­den Urtei­len des Bun­des­ge­richts­hofs vom 13.05.2014 Az. XI ZR 405/12 und XI ZR 170/13 die­se von der Bank zurück ver­lan­ge.

Der Bun­des­ge­richts­hof schloss sich dabei der bereits von vie­len Ober­lan­des­ge­rich­ten ver­folg­ten Linie an und erklär­te ent­spre­chen­de Rege­lun­gen der Ban­ken in Dar­le­hens­ver­trä­gen für unwirk­sam. Bereits seit 2010 haben fast alle befass­ten Ober­lan­des­ge­rich­te ähn­lich ent­schie­den (u.a OLG Düs­sel­dorf I‑6 U 162/10, OLG Frank­furt 17 U 59/11, OLG Dres­den 8 U 1461/10, OLG Bam­berg 3 U 78/10; OLG Hamm 31 U 192/10, OLG Cel­le 3 W 86/11).

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Verweigert ein Anlageberater die offenlegung von Rückvergütungen/Kickbacks und kauft der Anleger dennoch die Kapitalanlage, hat er keinen Schadensersatzanspruch.

Ver­wei­gert der Bank­be­ra­ter im Bera­tungs­ge­spräch die Bekannt­ga­be der Höhe der Pro­vi­si­on, die er an Rück­ver­gü­tun­gen – auch Kick­backs genannt – erhält und kauft der Anle­ger den­noch die emp­foh­le­nen Kapi­tal­an­la­gen, kann er sich spä­ter nicht mehr auf eine Auf­klä­rungs­pflicht­ver­let­zung des Bera­ters hin­sicht­lich ver­schwie­ge­ner Rück­ver­gü­tun­gen beru­fen.

Der Bun­des­ge­richts­hof ver­kün­de­te in sei­ner Ent­schei­dung vom 08.04.2014 Az. XI ZR 341/12, dass sich der Anle­ger nach Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) nicht mehr auf eine Pflicht­ver­let­zung des Bera­ter­ver­trags beru­fen kann, wenn er wuss­te, dass Rück­ver­gü­tun­gen flie­ßen, er aber trotz­dem zeich­net.

Scha­dens­er­satz­an­sprü­che sind damit ver­wirkt Wei­ter­le­sen

Die Kausalität hinsichtlich Schadensersatzansprüchen wegen Prospektfehlern wird zugunsten des Anlegers vermutet

Der Bun­des­ge­richts­hof stärkt ein­mal mehr die Ansprü­che von geschä­dig­ten Anle­gern von geschlos­se­nen Fonds. In einer Ent­schei­dung vom 11.02.2014 Az. II ZR 273/12, die kürz­lich ver­öf­fent­licht wur­de, ent­schied der für Gesell­schafts­recht zustän­di­ge zwei­te Zivil­se­nat zuguns­ten des Anle­gers und ver­wies die zuvor vom Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen abge­wie­se­ne Kla­ge zurück nach Mün­chen zur erneu­ten Ver­hand­lung.

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Bundesgerichtshof entschied über AGB-Klausel zum Schriftformerfordernis gegen den Rechnungsabschluss!

Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied jüngst über eine AGB-Klau­sel der Spar­kas­sen, die besagt, dass Wider­sprü­che gegen den Rech­nungs­ab­schluss ent­we­der schrift­lich oder falls ver­ein­bart in elek­tro­ni­scher Form (Online­ban­king) ein­ge­reicht wer­den müs­sen.

Die­ses Schrift­form­erfor­der­nis erach­tet der Bun­des­ge­richts­hof in sei­ner Ent­schei­dung vom 28.01.2014 Az. XI ZR 424/12 nun für zuläs­sig. Ein münd­li­cher oder ledig­lich in Text­form vor­lie­gen­der Wider­spruch wäre dem­nach nicht aus­rei­chend.

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Keine Definitionsmacht der Banken bei Risikokategorien

Das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart hat am 18.12.2013 (Az. 9 U 52/13) ein für Anle­ger weg­wei­sen­des Urteil erlas­sen. Es hat sich hier­bei mit den Risi­ko­ka­te­go­rie­be­grif­fen der beklag­ten Bank beschäf­tigt. Vie­le Anle­ger ken­nen die­se Schlag­wor­te, die sich auf den Explo­ra­ti­ons­bö­gen der Bank fin­den. Zur Füh­rung die­ser sind Ban­ken gesetz­lich ver­pflich­tet. Sie müs­sen ent­spre­chend den Vor­ga­ben des Kre­dit­we­sen­ge­set­zes bei jedem Anle­ger unter ande­rem erfra­gen, ob und wel­che Risi­ko­be­reit­schaft er hat, wel­che Erfah­rung und wie sei­ne finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se sind.

Nicht gesetz­lich gere­gelt sind hin­ge­gen die genau­en Begrif­fe und Inhal­te die­ser Fra­ge­bö­gen. Es bleibt wei­test­ge­hend den Ban­ken über­las­sen, wie sie die­se for­mu­lie­ren und aus­ge­stal­ten.

Unkla­re oder aus­le­gungs­be­dürf­ti­ge For­mu­lie­run­gen sind aus Sicht des Kun­den zu beur­tei­len! Wei­ter­le­sen